§ 28 KWG. Bestellung des Prüfers in besonderen Fällen

Gesetz über das Kreditwesen (Kreditwesengesetz - KWG) vom 10. Juli 1961
[17. Juni 2016]
1§ 28. Bestellung des Prüfers in besonderen Fällen.
(1) 2[1] Die Institute haben der Bundesanstalt und der Deutschen Bundesbank den von ihnen bestellten Prüfer unverzüglich nach der Bestellung anzuzeigen. 3[2] Die Bundesanstalt kann innerhalb eines Monats nach Zugang der Anzeige die Bestellung eines anderen Prüfers verlangen, wenn dies zur Erreichung des Prüfungszwecks geboten ist. 4[3] Hat das Institut eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Prüfer bestellt, die in einem der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre Prüfer des Instituts war, kann die Bundesanstalt den Wechsel des verantwortlichen Prüfungspartners verlangen, wenn die vorangegangene Prüfung einschließlich des Prüfungsberichts den Prüfungszweck nicht erfüllt hat; § 319a Absatz 1 Satz 4 des Handelsgesetzbuchs gilt entsprechend. 5[4] Widerspruch und Anfechtungsklage gegen Maßnahmen nach Satz 2 oder Satz 3 haben keine aufschiebende Wirkung.
(2) 6[1] Das Gericht des Sitzes des Instituts hat auf Antrag der Bundesanstalt einen Prüfer zu bestellen, wenn
  • 1. die Anzeige nach Absatz 1 Satz 1 nicht unverzüglich nach Ablauf des Geschäftsjahres erstattet wird;
  • 2. das Institut dem Verlangen auf Bestellung eines anderen Prüfers nach Absatz 1 Satz 2 nicht unverzüglich nachkommt;
  • 3. der gewählte Prüfer die Annahme des Prüfungsauftrages abgelehnt hat, weggefallen ist oder am rechtzeitigen Abschluß der Prüfung verhindert ist und das Institut nicht unverzüglich einen anderen Prüfer bestellt hat.
[2] Die Bestellung durch das Gericht ist endgültig. 7[3] § 318 Abs. 5 des Handelsgesetzbuchs ist entsprechend anzuwenden. 8[4] Das Gericht kann auf Antrag [der Bundesanstalt] einen nach Satz 1 bestellten Prüfer abberufen.
9(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für Kreditinstitute, die einem genossenschaftlichen Prüfungsverband angehören oder durch die Prüfungsstelle eines Sparkassen- und Giroverbandes geprüft werden.
Anmerkungen:
1. 1. Januar 1962: § 65 des Gesetzes vom 10. Juli 1961, Artt. 6 Nr. 1, 23 S. 1 des Gesetzes vom 21. Juni 2002.
2. 1. Mai 2002: Artt. 2 Nr. 31 Buchst. a Doppelbuchst. aa, 22 S. 2 des Gesetzes vom 22. April 2002.
3. 31. Dezember 2010: Artt. 1 Nr. 32 Buchst. a, 13 Abs. 1 des Gesetzes vom 19. November 2010.
4. 17. Juni 2016: Artt. 14 Abs. 2, 15 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Mai 2016.
5. 31. Dezember 2010: Artt. 1 Nr. 32 Buchst. b, 13 Abs. 1 des Gesetzes vom 19. November 2010.
6. 1. Januar 2013: Artt. 15, 21 S. 2 des Gesetzes vom 5. Dezember 2012.
7. 1. Januar 1986: Artt. 7 Nr. 11, 13 S. 1 des Gesetzes vom 19. Dezember 1985.
8. 1. Januar 2013: Artt. 15, 21 S. 2 des Gesetzes vom 5. Dezember 2012.
9. 1. Januar 2007: Artt. 1 Nr. 36, 11 Abs. 3 des Gesetzes vom 17. November 2006.

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