§ 14 FamFG. Elektronische Akte; elektronisches Dokument; Verordnungsermächtigung

Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) vom 17. Dezember 2008
[1. Januar 2018]
1§ 14. 2Elektronische Akte; elektronisches Dokument; Verordnungsermächtigung.
(1) [1] Die Gerichtsakten können elektronisch geführt werden. 3[2] § 298a Absatz 2 der Zivilprozessordnung gilt entsprechend.
(2) 4[1] Anträge und Erklärungen der Beteiligten sowie schriftlich einzureichende Auskünfte, Aussagen, Gutachten, Übersetzungen und Erklärungen Dritter können als elektronisches Dokument übermittelt werden. 5[2] Für das elektronische Dokument gelten § 130a der Zivilprozessordnung, auf dieser Grundlage erlassene Rechtsverordnungen sowie § 298 der Zivilprozessordnung entsprechend.
(3) Für das gerichtliche elektronische Dokument gelten die §§ 130b und 298 der Zivilprozessordnung entsprechend.
(4) 6[1] Die Bundesregierung und die Landesregierungen bestimmen für ihren Bereich durch Rechtsverordnung den Zeitpunkt, von dem an elektronische Akten geführt werden können. 7[2] Die Bundesregierung und die Landesregierungen bestimmen für ihren Bereich durch Rechtsverordnung die geltenden organisatorisch-technischen Rahmenbedingungen für die Bildung, Führung und Aufbewahrung der elektronischen Akten. [3] Die Landesregierungen können die Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf die jeweils zuständige oberste Landesbehörde übertragen. 8[4] Die Zulassung der elektronischen Akte kann auf einzelne Gerichte oder Verfahren beschränkt werden; wird von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, kann in der Rechtsverordnung bestimmt werden, dass durch Verwaltungsvorschrift, die öffentlich bekanntzumachen ist, geregelt wird, in welchen Verfahren die Akten elektronisch zu führen sind.
9(4a) [1] Die Gerichtsakten werden ab dem 1. Januar 2026 elektronisch geführt. [2] Die Bundesregierung und die Landesregierungen bestimmen jeweils für ihren Bereich durch Rechtsverordnung die organisatorischen und dem Stand der Technik entsprechenden technischen Rahmenbedingungen für die Bildung, Führung und Aufbewahrung der elektronischen Akten einschließlich der einzuhaltenden Anforderungen der Barrierefreiheit. [3] Die Bundesregierung und die Landesregierungen können jeweils für ihren Bereich durch Rechtsverordnung bestimmen, dass Akten, die in Papierform angelegt wurden, in Papierform weitergeführt werden. [4] Die Landesregierungen können die Ermächtigungen nach den Sätzen 2 und 3 durch Rechtsverordnung auf die für die Zivilgerichtsbarkeit zuständigen obersten Landesbehörden übertragen. [5] Die Rechtsverordnungen der Bundesregierung bedürfen nicht der Zustimmung des Bundesrates.
(5) [1] Sind die Gerichtsakten nach ordnungsgemäßen Grundsätzen zur Ersetzung der Urschrift auf einen Bildoder anderen Datenträger übertragen worden und liegt der schriftliche Nachweis darüber vor, dass die Wiedergabe mit der Urschrift übereinstimmt, so können Ausfertigungen, Auszüge und Abschriften von dem Bild- oder dem Datenträger erteilt werden. [2] Auf der Urschrift anzubringende Vermerke werden in diesem Fall bei dem Nachweis angebracht.
Anmerkungen:
1. 1. September 2009: Artt. 1, 112 Abs. 1 Halbs. 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2008.
2. 13. Juli 2017: Artt. 13 Nr. 3 Buchst. a, 33 Abs. 2 Nr. 6 des Gesetzes vom 5. Juli 2017.
3. 1. Januar 2018: Artt. 2 Nr. 2 Buchst. a, 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Oktober 2013.
4. 1. Januar 2018: Artt. 2 Nr. 2 Buchst. b Doppelbuchst. aa, 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Oktober 2013.
5. 1. Januar 2018: Artt. 13 Nr. 3 Buchst. b, 33 Abs. 1 des Gesetzes vom 5. Juli 2017.
6. 1. Januar 2018: Artt. 2 Nr. 2 Buchst. c Doppelbuchst. aa, 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Oktober 2013.
7. 1. Januar 2018: Artt. 2 Nr. 2 Buchst. c Doppelbuchst. bb, 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Oktober 2013.
8. 1. Januar 2018: Artt. 2 Nr. 2 Buchst. c Doppelbuchst. cc, 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Oktober 2013.
9. 1. Januar 2018: Artt. 13 Nr. 3 Buchst. d, 33 Abs. 1 des Gesetzes vom 5. Juli 2017.

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