§ 334 AO. Ersatzzwangshaft

Abgabenordnung (AO) vom 16. März 1976
[1. Januar 2013]
1§ 334. Ersatzzwangshaft.
(1) [1] Ist ein gegen eine natürliche Person festgesetztes Zwangsgeld uneinbringlich, so kann das Amtsgericht auf Antrag der Finanzbehörde nach Anhörung des Pllichtigen Ersatzzwangshaft anordnen, wenn bei Androhung des Zwangsgeldes hierauf hingewiesen worden ist. [2] Ordnet das Amtsgericht Ersatzzwangshaft an, so hat es einen Haftbefehl auszufertigen, in dem die antragstellende Behörde, der Pflichtige und der Grund der Verhaftung zu bezeichnen sind.
(2) [1] Das Amtsgericht entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen durch Beschluß. [2] Örtlich zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Pflichtige seinen Wohnsitz oder in Ermangelung eines Wohnsitzes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. 2[3] Der Beschluss des Amtsgerichts unterliegt der Beschwerde nach den §§ 567 bis 577 der Zivilprozessordnung.
(3) [1] Die Ersatzzwangshaft beträgt mindestens einen Tag, höchstens zwei Wochen. 3[2] Die Vollziehung der Ersatzzwangshaft richtet sich nach den § 802g Abs. 2 und § 802h der Zivilprozeßordnung und den §§ 171 bis 175 des Strafvollzugsgesetzes.
(4) Ist der Anspruch auf das Zwangsgeld verjährt, so darf die Haft nicht mehr vollstreckt werden.
Anmerkungen:
1. 1. Januar 1977: § 415 Abs. 1 des Gesetzes vom 16. März 1976, Artt. 10 Nr. 1, 20 Abs. 1 des Gesetzes vom 13. Dezember 2006.
2. 1. Januar 2002: Artt. 44 Nr. 3, 53 Nr. 3 des Gesetzes vom 27. Juli 2001.
3. 1. Januar 2013: Artt. 2 Nr. 4, 6 S. 2 des Ersten Gesetzes vom 29. Juli 2009.